• Mama

ABRAKADABRA, SCHLIMM-IN-DER-BIM

Ich fahre nicht. Zumindest nicht mit dem Auto. Also, schon als Beifahrerin, aber nicht als Lenkerin. Kurz: Ich hatte mein Leben lang kein eigenes Auto.

Eigentlich kam beim mir nie das Bedürfnis auf, ein eigenes Auto zu besitzen. Ich bin schon seit jeher eine mehr oder weniger leidenschaftliche Öffis-Nutzerin. Auch, wenn es im Sommer drinnen stinkt wie in einem Kuhstall. Und Schweinestall. Und manchmal auch wie in einer Dönerbude mit scharf und viel Zwiebel. Auch, wenn man den Schweiß bis zum Bauchnabel rinnen spürt, obwohl man eigentlich nur regungslos herumsteht. Es gibt tatsächlich noch Straßenbahnen ohne Klimaanlage! Leider. Und ich mag Öffis trotzdem, auch wenn die U-Bahnen im Winter fast aus allen Nähten platzen wie eine ungarische Stopfgans. Gott hab' sie selig. Gut, wenn man da so Seite an Seite mit fremden Menschen steht, denen man sonst nie freiwillig nahekommen würde, und man den feucht-warmen Atem eines Wildfremden in seinem Nacken spürt, hat das zugegebenermaßen schon etwas Ekliges. Darum reiße ich mich jetzt auch nicht, bitte nicht falsch verstehen, aber ich habe es irgendwann einmal geschafft, mein Gehirn zu überlisten. Das wandelt nämlich mittlerweile den grausigen Fremd-Odem in eine frische Meeresbrise um. Das fühlt sich dann gleich viel angenehmer an. In Kopf und Nacken. So, und schon wieder verzettle ich mich. Deshalb noch einmal kurz: Trotzdem all dieser Widrigkeiten fand ich diese Transportweise bislang immer praktisch und vor allem leistbar. Ja, da gehöre ich wohl einer seltenen und besonderen Spezies an.

Aber: Seit der Geburt meines Sohnes hat sich auch in diesem Bereich vieles geändert! Er mochte von Anfang an das Autofahren nicht. Nämlich gar nicht! Er brüllte bei der Garagenausfahrt schon so, als wäre er im House of Horros in den Universal Studios Hollywood. Ohne Panikausgang wohlgemerkt. Und das, obwohl sein Papa ein wirklich hervorragender Fahrer ist. Daran kann es also schon mal nicht liegen. Nun ja, deshalb bin ich das erste Mal mit ihm im Bus gewesen, als er gerade mal 11 Tage alt war. Das ging anfangs auch recht gut, weil die Minis sowieso nur pennen. Doch eines Tages fand er plötzlich auch Bus und Bim unheimlich besch***, also, bescheiden.

Gut, kein Auto, keine Öffis. Und auch kein Kinderwagen, kein Tragetuch. Nur auf Mamas Arm war's chillig und schön! Die alltäglichen Fortbewegungsmöglichkeiten waren somit relativ überschaubar. Deshalb haben sich die Aktivitäten im ersten Lebensjahr auf einen zeitlichen Radius von maximal 30 Minuten beschränkt. 30 Minuten pro Strecke traute ich mir zu. Da zauberte ich allerhand unnützes Zeug aus meinem imaginären Magierhut und bespaßte das arme, leidende Kind in Auto, Bus & Co. Mit fiktivem weißen Kaninchen gebastelt aus einem Babylatzerl und Haargummis, Mini-Zylinder in Form eines Quetschi-Verschlusses und gelbem Zauberstab aka Maisstangerl. Ihr könnt mir glauben, man wird als Mama verdammt kreativ, wenn einem das Plärren des eingenen Kindes durch Mark und Bein geht und man schweißgebadet in der Straßenbahn steht, obwohl sie klimatisiert ist! Schlimm, so eine Bim-Fahrt!

Aber ich muss an dieser Stelle mein Scheitern zugeben. Meistens hielt er nichts von meiner Zaubershow und war schlichtweg genervt von meiner offensichtlich doch miesen Lehrlingsleistung.

Für mich gab es somit kurzerhand nur zwei Optionen:

Nr. 1: Ein eigenes Auto kaufen, mit Kind am Beifahrersitz. Das hatten wir noch nicht und vielleicht fühlt sich das ein bisschen wie auf Mamas Arm an. Möglicherweise können wir so den „Ride of Horros“ in eine Fahrt am Kinderkarussell umwandeln? Nr. 2: Ich lese meinen ersten Harry Potter Roman. Oder Goethes "Zauberlehrling". Denn das Zaubern will ja schließlich auch gelernt sein und ich bin offen für jeden Tipp! Wofür ich mich entschieden habe, erzähle ich euch ein anderes Mal. Jetzt hol' ich erstmal die in der Wickeltasche unfreiwillig gesammelten Bahntickets raus, um einen neuen Kartentrick zu üben. Drückt mir die Daumen!



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