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BAUER SIMON

Ich sicher nicht, aber er wollte unbedingt noch ein Baby! Ja, in diesem Fall er - nicht sie. Also, es ging hier nicht um meinen Ehegatten sondern wieder einmal um unseren Sohn. Irgendwann kurz vor seinem 3. Geburtstag wollte er unbedingt ein neues Baby haben. Noch ein weiteres Familienmitglied. Ganz penetrant bestand er mehrere Tage auf dieses neue Kind!

Gut, ich habe mir die Zeit genommen, ihm ausführlich und kindgerecht zu erläutern, dass man Babys nicht einfach bei Amazon bestellt. Dass das mehrere Monate dauert, ein Baby im Bauch heranwachsen zu lassen und es nicht morgen vom Postmann geliefert wird. Ich habe auch noch kurz angeschnitten, dass es viiiiiiel Arbeit und Verantwortung bedeutet. Dass man noch mehr Platz benötigt und ein neues Auto kaufen muss. Ich hab’ ihm zusammenfassend einfach erklärt, dass unsere Familie komplett und perfekt sei, so wie sie ist. Ich habe ihm gesagt, dass ich mit meinen zwei Wuzis völlig zufrieden bin. Und glücklich. Und ausgelastet. Und manchmal echt überfordert. Und ich auf keinen Fall noch ein Kind möchte. Ich möchte nicht aus Angst vor Dehnungsstreifen wie eine Irre cremen, keine 23 Stunden auf Zehen tänzelnd Wehen veratmen, keinen einzigen Milchstau möchte ich in meinem Leben mehr haben. Nööööö! Keine weiteren Kinder also. Schon klar, dass ich mir die letzten Punkte natürlich nur gedacht und sie nicht ausgesprochen habe, aber genau das geisterte mir so durch den Kopf.

Trotzdem stieg er nicht von seinem Wunsch herunter, unsere Familie bräuchte noch ein weiteres Baby. Ich habe wirklich viel Zeit damit verbracht, ihm immer wieder zu erklären, warum das wirklich nicht, bei aller Liebe, passieren wird. Punkt. Meine Erklärungsversuche uferten zwischendurch wirklich aus und bei dieser ganzen Argumentation habe ich schlichtweg darauf vergessen (wohl aus Zeitmangel – und das, obwohl ich ja nur 2 Kinder habe!!!), ihn zu fragen, warum denn ein weiteres Baby so unheimlich wichtig für ihn wäre.

So habe ich dann nach drei Tagen endlich meine Strategie geändert und ihn gefragt, aus welchem Grund er unbedingt noch ein Geschwisterchen wolle bzw. sogar brauche. Ja, und dann kam eine für mich völlig überraschende Antwort. „Wir brauchen ja noch einen Bauer Simon!“

Hm, was genau meint er denn damit wieder? „Einen Bauer Simon brauchen wir noch!“, wiederholte er. Einen Bauer jetzt oder ein Baby? Hä, was meint er? Er sah wohl meine Ratlosigkeit und huschte in sein Bauernhofzimmer. Zurück kam er mit seiner Kinderbibel in den Händchen. Er blätterte wild im Büchlein herum und schlug eine Seite der Ostergeschichte auf. Auf dieser zu sehen: Bauer Simon. Simon, der dem leidenden, schwachen Jesus beim Tragen des Kreuzes half. „Wir brauchen auch einen Bauer Simon in der Familie. Der ist ein guter Freund und kann uns helfen!“

Hallelujah, unser Kind! Diese Gedankengänge. Er überrascht mich immer wieder mit seinen Kombinationen und Denkweisen. Wie herzerwärmend und umsichtig. Ein drittes Kind möchte ich aber trotz der guten Argumentation seinerseits nicht. Tut mir Leid, Schatzi! Wir suchen uns einfach einen Simon, wenn wir ihn brauchen, versprochen!



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