• Mama

BEGOSSENE KUH

Ein historischer Tag! Irgendwie hab’ ich ja schon die ganze Zeit drauf gewartet. Irgendwann musste er ja kommen. Wir saßen gerade beim Mittagessen, als sich diese Geschichte ereignete. Es gab ein schnelles Rumpsteak vom Bio-Rind, dazu Sellerie-Karotten-Püree. Es schmeckte uns. Allen. Und dann passierte es: Beim 2. Bissen verkündete unser Sohn plötzlich: „Mama, ich hab’ dir schon mal gesagt, ich esse keine Kühe nicht!“ Kurze Pause. „Weil das sind ja meine Lieblingstiere, Mama! Und die esse ich nicht.“

Das hatte er in der Tat vor einigen Wochen mal gesagt. Während eines Spiels. Aber danach war das nie mehr Thema. Ehrlich. Weder beim Einkaufen, noch beim Kochen – nicht einmal beim Essen. Bis jetzt eben.

Er nahm einen weiteren Löffel mit einer Fleisch-Gemüse-Kombi zu sich. „Ich verstehe dich!“, zeigte ich mich verständnisvoll und war dennoch etwas irritiert, als ich ihm beim genüsslichen Kauen zuschaute. „Welche Tiere isst du denn noch?“

„Schwein und Truthahn.“

„Gut. Und Hendl wahrscheinlich auch?“

„Nein, Hendl esse ich doch auch nicht mehr!“ Er war selbstbewusst in seiner Aussage. „Weil dann die Küken keine Mama mehr haben. Und eine Mama braucht man ja zum Kuscheln!“

Jo, da stand ich nun wie eine begossene Kuh. So viel Wahrheit aus seinem kindlichen Mund. Ich speicherte diese wichtige Information voller Respekt ab. Ob er tatsächlich Rind-Huhn-Vegetarier geworden ist, kann ich beim Verfassen dieses Textes noch nicht beurteilen, weil die nächsten Mahlzeiten fleischlos waren. Beim heutigen Lachs-Reis werde ich ihn einfach noch einmal dazu befragen, wie das jetzt für ihn so mit dem Essen von Tieren ist. Ich berichte!



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