• Mama

DRILLINGSKÜHE

Der Lebensmitteleinkauf an sich ist bestimmt kein Highlight, nein. Aber mit schnell gelangweiltem Kind, das alle Formen von Beförderung (außer auf Mamas Arm) ablehnt, kann sowas schnell zu einem ganz speziellen Abenteuer werden. Deshalb kaufte ich auch nicht täglich ein, sondern dachte für zwei oder mehrere Tage vor. Für den Tag des Einkaufs dann war die gezielte Vorbereitung die halbe Miete. Immer im Hinterkopf, dass der Sohn irgendwann „Mama, Muh!“ rufen würde und ich dann eine Auswahl von Kühen parat halten musste. Das war nämlich wie das Amen im Gebet.


Am besten funktionierte ja noch immer die Strategie: Eine Kuh in jeder Hand und in der Mitte - also, zwischen den beiden Kinderarmen - ein Schnuller im Mund! So überbrückten wir auf jeden Fall ein paar Minuten. Und jede Minute ohne Beschwerde zählt!


An jenem Tag absolvierten wir also den Fußmarsch zum Lebensmittelladen. Ich schnellen Schrittes gehend – mein Nachwuchs gut eingepackt im Kinderwagen sitzend. Heute mal nach vorne gerichtet. Ein neuer Versuch. Strecke 1 schafften wir in guten 17 Minuten und ohne große Zwischenfälle. Yeah! Dabei geholfen hat auf jeden Fall das neue Bauernhofbuch. Wie praktisch, dass ich nun von hinten das Buch sogar kommentieren und teilweise sogar im Gehen vorlesen konnte.


Den Weg durch das Geschäft und die Einkaufssituation selbst begleitete ein Weckerl (Brötchen, für die Deutschen Freunde unter uns) zum Knabbern. So war der kindliche Mund hervorragend gefüllt und ließ keinen Platz für Meckereien aller Art. Ziemlich zufrieden standen wir schon bei der Kassa und ich war beeindruckt, wie gut das bislang geklappt hatte! Beim Bezahlen vernahm ich das erste Mal ein leises und schlecht verständliches „Mama, Muh!“. Kein Wunder, der Mund war ja mit dem Brötchenmatsch noch ordentlich gefüllt. „Kein Problem!“, dachte ich. „Ich hab’ ja noch beide Joker in meiner Tasche!“ Ich händigte meinem Sohn also zwei Kühe aus. Wie gesagt, eine Kuh für das linke Patschhandi, eine Kuh für das rechte Patschhandi. Das funktioniert immer!


Wir verließen den Laden und ich packte noch die restlichen Dinge in die Ablagefläche des Kinderwagens. Ich hockte in Bodennähe und schlichtete wie ein Tetris-Profi in den guten alten 90ern, als mein Muhnikat erneut rief: „Mama, Muh!“ Dieses Mal deutlicher und lauter. Vom Weckerl war nichts mehr hör- oder sichtbar. „Mama, Muuuuuh!“, wiederholte er eindringlich! Den Brokkoli brachte ich gerade noch so unter und überlegte nebenbei, woher ich denn jetzt auf die Schnelle eine neue, andere Kuh herzaubern sollte. Shit! „Mama, Muuuuuuuuuuuh!“, rief er noch eine Stufe lauter und mir wurde heiß und kalt zugleich. „Gleich, Schatzi! Gleich!“, schob ich hinterher, um ein bisschen Zeit zum Überlegen zu schinden. „WOHER EINE WEITERE KUH NEHMEN? VERDAMMT!“, schrie ich mich innerlich selbst an.


Ich erhob mich mutig vom Einkaufs-Tetris. Level 1 geschafft. Und... Musste lauthals lachen! Mein Sohn wollte keine neue oder andere Kuh haben. Nein, er hatte schon eine entdeckt und wollte sie mir nur zeigen! Vor uns lag eine wirklich hübsche Dalmatinerdame! Brav vor dem Laden wartend. Weiß mit schwarzen Flecken – das kann doch nur eine Kuh sein! Eh klar. Wir analysierten die tierisch-willkommene Abwechslung vor Ort noch sehr ausführlich und hatten auch den ganzen Nachhauseweg (Juhu, 14 statt 17 Minunten!) ein wunderbares Gesprächsthema. Wie aufregend, dieser Ausflug! Sehr aufregend. Und dieses Mal endlich, endlich fabelhaft aufregend!


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