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FRÜHER WAR ICH LUSTIG

Wenn der eigene Mann sagt, dass er die Kinder nimmt und die Frau auf Urlaub fahren soll, dann muss die Stimmung schon wirklich schlecht sein. Und ja, ich gebe es zu, meine Stimmung ist seit Wochen (oder gar Monaten??) mies. Grottenschlecht. Ich finde gar nicht das richtige Wort dafür. Und ich habe meiner Familie gegenüber ein unheimlich schlechtes Gewissen deswegen. Auch seit Wochen (oder gar Monaten??). Eine verzwickte Situation also.


Mein Mann sagte erst kürzlich zu mir: „Früher warst du mal lustig. Was ist passiert?“ Irgendwie tut er weh, dieser Satz. Aber es stimmt ja wirklich, früher war ich lustig. Was ist also aus diesem Ich geworden, das früher lustig war und es heute nicht mehr sein kann?


Ich liege hier in meinem „Zwangsurlaub“ und habe mich auf die Suche begeben. Immer den Satz im Hinterkopf „Hol dir wieder diese Dinge in dein Leben zurück, die DIR Freude bereiten.“ Deshalb frage ich mich seit Stunden, was es früher in meinem Leben gab, das ich heute nicht mehr habe. Was war es, das mir Freude brachte? Was hat mich glücklich gemacht und würde mich auch heute wieder zu einem unbeschwerteren und lustigeren Menschen machen? Was ist es, das meine Freude so zubetoniert und positive Gefühle auslöscht?


Und seit Monaten höre ich zum ersten Mal tatsächlich meine Gedanken wieder. Wie cool ist das denn? Zuerst kam stundenlang gar nichts und seit ich angefangen habe, das, was gekommen ist, aufzuschreiben, werden es immer mehr. Mamma Mia, es sind mittlerweile so viele! Viele und viele unterschiedliche Gedanken. Es ist so vieles dabei, das ich in meiner neuen Zukunft mit Arbeit und Familie machen möchte. Und auch wirklich vieles, das ich NICHT (mehr) machen möchte.

Das passiert mir oft. Wenn ich schreibe, öffnet sich mein Geist und meine Seele und mein Herz und... Ich denke, das ganze Ausmaß des Gedankensprudelns merkt man auch an diesem etwas unstrukturierten Text ganz gut. Trotzdem werde ich ihn genauso posten, weil er Teil meines neuen, alten Ichs ist. Der Anfang auf dem Weg zurück zum Ursprung.


Erst vor kurzem hat meine „ziemlich beste Freundin“ einen Satz zu mir gesagt, der mich ebenfalls so richtig zum Nachdenken gebracht hat. Nämlich: „Bedürfnisorientierte Erziehung ist gut, aber bedürfnisorientiert heißt nicht nur, auf die Bedürfnisse der anderen Familienmitglieder einzugehen. Auch du selbst als Mutter hast Bedürfnisse, die berücksichtigt werden müssen.“ Ich denke, es geht nicht nur mir, sondern ganz vielen Frauen so, dass sie irgendwann einmal unterwegs auf sich selbst vergessen. Und dieses Alltagsfahrwasser möchte und werde ich hiermit unterbrechen! Willkommen zurück im Leben, Marina!



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