• Mama

GROSSER ORANG-UTAN

Irgendwann, so zwischen zweieinhalb und drei Jahren, versuchen Kinder, wie Erwachsene zu sprechen. Dann verwenden sie plötzlich Füllwörter wie apropos oder Nebensätze wie „Ich sag’ dir was...“. Ich liebe diese Zeit. Sprache mag ich ja sowieso und wenn sie dann auch noch aus kleinen Mündern kommt, gleich umso mehr. Und da fällt mir gerade eine herzerwärmende und superlustige Geschichte ein, obwohl es um ein krankes Kind geht.


Mein Sohn litt immer wieder einmal an Aphten im Mund, die ihm beim Essen und Zähneputzen Schmerzen bereiteten. Eines Abends saß meine Tochter (damals nicht ganz 3) beim Essen, als sie nicht – wie sonst – genüsslich in sich hineinschaufelte, sondern lediglich im Essen herumstocherte. Sie signalisierte uns, dass sie Schmerzen im Mund hatte. Ihr Bruder fragte uns natürlich aus seiner Erfahrung heraus: „Hat sie eine Aphte?“ Mein Mann schaute ihr auf den Mund, den sie leicht geöffnet hatte. Dann meinte er: „Ja, ich glaube, ich sehe da sogar eine Riesenaphte!“ Daraufhin riss unsere Tochter ihren Mund wie ein Löwe auf und rief: „Jaaaaa, ich hab’ einen Riesenaffe!“


Was dann folgte, war Gelächter. Laut und ungehalten. Es war einfach zu gut, dass sie aus der Riesenaphte einen Riesenaffe machte! Und da geht bei mir noch in der Sekunde das Kopfkino los – das lässt sich gar nicht vermeiden. Auch heute noch können wir uns darüber köstlich amüsieren.

Dieser kindliche Versprecher schaffte es natürlich einige Tage später ins Babyalbum. Aber, wie gesagt, erst einige Tage später, denn kurz darauf fieberte unsere Maus ganz hoch und lag mit Halsschmerzen und Husten in Mamas Armen.



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Foto: viennazoo.at