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KRAMPUS UND ZOMBIE

Immer wieder berichten Eltern, dass sich ihre vier- bis sechsjährigen Kinder fürchten. Vor Blitz oder Donner. Vor fremden (vermeintlich gefährlichen) Tieren. Und vor Fantasiegestalten wie Geister und Monster. Bei meinem fünfjährigen Muhnikat bemerke ich davon aber nichts. Gut, dass er vor einem großen, unbekannten Hund Respekt hat, das schon, aber Blitze und Donner faszinieren ihn schon immer und auch Fantasiegestalten findet er einfach nur spannend! Darüber will er alles wissen. Letztens etwa hat er hinterfragt, ob ein Zombie auch ein Krampus nur eben ohne Hörner ist. Ganz sachlich. Und das, was ich mich dann frage, ist: Warum kann er etwas so sachlich betrachten, wenn ich mich davor fürchte? Warum bescheren mir als Erwachsene gewisse Gestalten Angst, die mein Kind aber nicht erschrecken? Liegt es vielleicht daran, dass wir den Kindern seit Anfang an erklären, dass das Menschen in Kostümen oder animierte bzw. gezeichnete Fantasiefiguren sind? Vielleicht erschrecken ihn derartige Gestalten deshalb nicht?


Bei uns geht das ja sogar soweit, dass er richtig gechillt ist, wenn mich etwas ängstigt. Oder es passiert hin und wieder wirklich auch, dass ich etwas schauderhaft finde, das er wiederum witzig findet. Zum Beispiel letztens, da waren wir im Museum. Bei einer Ausstellung über die Maya-Kultur. Und da gab es eine Urne, die eine furchterregende Gestalt zeigte. Die Beschreibung sagte mir, dass es sich um einen Geparden handeln sollte. Das konnte ich beim besten Willen nicht erkennen. Alles, was ich sah, war eine Fratze! Etwas, das ich mir zwar genau anschauen wollte, aber auch etwas, das mich ein bisschen gruselte. Mein Sohn fand diese Urne lustig und er lachte, als er sie sah. Warum ticken wir da so unterschiedlich?


Ich glaube ja wirklich, dass es daran liegt, dass ich als Kind ein paar unschöne Krampus-Begegnungen hatte und mich deshalb auch jetzt noch im Erwachsenenalter vor Fratzen fürchte. So geprägt hat mich das. Diese Art der unheimlichen Begegnung hatten meine Kinder bislang nie, weswegen sie vermutlich auch so entspannt sind. Zumindest, was dieses Thema betrifft. Kann das sein? Macht das Sinn?



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