• Mama

MORBIDE LEKTÜRE

Er hat es nicht geschafft. Jetzt ist der M. Verlag tatsächlich Geschichte und mich wundert es ehrlich gesagt kein bisschen. Vielmehr hat es mich jahrelang gewundert, wie dieser Österreichische Bilderbuchverlag überhaupt seit 1951 überleben konnte. Das war mir wirklich immer wieder ein Rätsel!


Also, die Bücher sind ja herzig illustriert, daran gibt es nichts auszusetzen, aber das Texten war wahrhaftig nicht ihre Stärke! Das, was ich da immer wieder (vor-)lesen musste, trieb mir regelmäßig Schweißperlen auf die Stirn. Voll mit Tipp-Fehlern (währen statt während) oder Rechtschreibfehlern (am Schönsten). Beistriche, die entweder nicht da waren, obwohl sie es hätten sein sollen, oder Beistriche, die da waren, obwohl sie nicht wirklich hingehörten. Und das bei Kinderbüchern - da stockt mir jedes Mal der Atem. (Lektor, was machst du eigentlich beruflich?)


Und was die Inhalte angeht... Na ja, wie soll ich das sagen?! Es kam nicht nur einmal vor, dass mein Mann um die Ecke rief: „Du liest gerade ein M.-Buch vor, oder?“ So zuordenbar merkwürdig sind diese Formulierungen. Die Texte sind teilweise sowas von daneben, als wären sie von einer 75-jährigen Hausfrau mit „Damenspitz“ geschrieben worden. Was soll das bitte heißen und wie kommen die Verantwortlichen auf diese Formulierung für ein Kinderbuch? (Noch einmal: Lektor, was machst du eigentlich hauptberuflich?)


Ein Mini-Auszug von den jenen beiden Büchern, die wir noch im Regal stehen haben. Die restlichen liegen verbannt im Keller und hätten bestimmt noch mehr Potential (vielleicht schreibe ich dann noch einen Teil 2 dieser Geschichte?!):


„Im Teich sind alle sehr beweglich, denn die großen roten Schwimmfüße treiben sie voran.“

„Ihre Köpfe sind mit Fühlern ausgestattet, die alle Bewegungen sofort wahrnehmen.“

„Noch ist das Kalb dämlich und klein, doch wird es einmal größer sein.“

„Sie (die Katze Jeanny) ist sehr neugierig und geht jeden Tag auf lange Entdeckungsreisen. Heute Morgen hat sie eine alte Holzbank gefunden.“

„Der Hund verkriecht sich in der Hütte, denn die Schweine stinken ihm zu viel.“

„Diese Gänse liefern Braten, wenn sie groß und fett geraten. Auch das weiche Federkissen möchte keiner von uns missen.“

„Die Eichhörnchen kuscheln mit ihren dicken Schwänzen in den Nestern.“

„Kleine Minka, dummes Tier! Der Frosch hat noch mehr Angst vor dir.“


Auch, wenn es mich immer ein wenig traurig stimmt, wenn jemand oder etwas für immer gehen muss, halte ich es in diesem Fall mit: Für die Menschheit ist es bestimmt besser so!



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