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RETTET DAS CHRISTKIND

Ich liebe, liebe, liebeeeee Weihnachten! Die ganze Adventzeit eigentlich. Die Lieder, die Christkindlmärkte, die Vanillekipferl. Das ist genau meins! Und zu einer perfekten Adventzeit gehören bei uns zu Hause christliche Traditionen und das Christkind. Das Christkind, an das Kinder den Wunschzettel schicken, das den Baum schmückt und das wie ein Engel durch die Luft fliegt. So viele schöne Erinnerungen wecken das Christkind und die christlichen Traditionen in mir, die ich alle an meine eigenen Kinder weitergeben möchte.

Aber dieses/mein Christkind ist auch jenes Christkind, das nun schon seit vielen Jahren gegen den Weihnachtsmann kämpft. Ein wirklich harter Kampf gegen jemanden, der omnipräsent ist. Lächelnd vom Plakat, singend auf CDs, schlittenfahrend in Büchern. Und ich mag ihn nicht. Das kann ich nicht anders ausdrücken. Viele Menschen stehen ihm ja neutral gegenüber, aber ich kann ihn nicht leiden, weil er meine persönliche heile Weihnachtswelt angreift.


Und weil dieser rotbejackte Typ mit Rauschebart überall zu sehen ist, sind die Kleinen automatisch sehr interessiert an ihm, ist klar! Sie fragen sich, wer da ist, was der so macht, woher der kommt. Daneben – nicht weniger wichtig – das knuffige Rentier Rudolph mit roter Leuchtnase. Süüüüüüß. Ja, und irgendwann heben sie diesen Santa Claus mit seinem Sack am Rücken in einen für mich abschreckenden Sonderstatus. Ob ich das als Mama will oder nicht. Diese perfekt geplante Marketingmaschinerie wickelt alle um den Finger! Nur mich nicht. Gut, aus betriebswirtschaftlicher Sicht schon, aber persönlich empfinde ich das als ein Fiasko.


Deshalb beschäftigt mich schon seit vielen Jahren: Wie kann das Christkind da mithalten? Hat es überhaupt eine Überlebenschance in der nächsten und übernächsten Generation? Das Christkind lebt ja nur von Geschichten, die uns unsere Eltern und Großeltern erzählt haben. Es gibt nur ganz wenige Bilder davon – meistens in (schlechten) österreichischen Büchern. Aber ich werde nicht müde, das Christkind Jahr für Jahr in diesem nicht sehr aussichtsreichen Konflikt zu unterstützen.


So, und deshalb überlege ich natürlich auch jedes Jahr aufs Neue, wie ich meine Kinder liebevoll ins „Team Christkind“ bekomme. Wie um Himmels Willen kann ich meine Kinder davon überzeugen, dass das Christkind zu uns gehört und nicht der Weihnachtsmann? Ich versuche es seit Anfang an mit einer sachlichen Co-Existenz. In Richtung meiner Kinder natürlich möglichst wertfrei. Dass sich die beiden eben die Arbeit teilen – das Christkind hier bei uns in Österreich, der Weihnachtsmann in anderen Teilen der Welt. Und ich erkläre unseren Kindern auch, dass wir keinen Kamin haben, durch den der Weihnachtsmann schlüpfen könnte. Dass die Rentiere Schnee mögen, der aber bei uns nur so selten liegt. Wie praktisch, dass das Christkind da so flexibel ist und nur eine Tür oder ein Fenster und auch keine speziellen Temperaturen braucht, um die Kinder zu beglücken.


Wie das Christkind gehört aber auch die von meiner Mutter zu Lebzeiten vererbte Weihnachtskrippe zu unserem Adventalltag. Mit Maria, Josef und am Heiligen Abend dann ganz festlich inszeniert mit Jesus-Kind. Mit Esel und Schafen und... mit einem Ochsen!!! Moment, das war er, der Schlüssel!!! So konnte ich meinen Sohn letztes Jahr davon überzeugen, dass das Christkind und der Ochse besser in unsere Familie passen als der Weihnachtsmann und das Rentier. Und so ließ sich unser Muhnikat in diesem Advent sehr schnell motivieren, sich mit viel Herzblut eine „Weihnachtskuah“ für seine Kinderkrippe auszusuchen. Mit einem starken, bulligen Schleich-Ochsen im Stall kann kein Rudolph der Medienindustrie mithalten. Wie schön, dass die persönliche Leidenschaft meines Muhnikats und meine persönliche Leidenschaft so nahtlos ineinander übergehen! Für dieses Jahr war die Adventzeit also gerettet, puh!



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