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RETTET DAS CHRISTKIND 2.0

In den vergangenen Jahren konnte ich meinen Sohn ja zum Beispiel davon überzeugen, dass das Christkind und der Krippenochse besser zu unserer Familie passen, als dieser Weihnachtsmann und sein rotnasiges Rentier. Hier der Link zur Geschichte „Rettet das Christkind“. Ich verwende ja bewusst den Ausdruck „dieser“ um dem Ganzen einen etwas abfälligen Touch zu geben. Wie in der anderen Geschichte schon ausführlich erläutert, gehört der Weihnachtsmann für mich persönlich ja gar nicht in die Adventzeit. Also, er ist zwar da, aber willkommen ist er bei mir nicht.


Aber in diesem Jahr, ich sag’s euch, heuer war die Argumentation noch eine viel größere Herausforderung! Kühe waren zwar für unser Muhnikat noch immer extrem toll, keine Frage, und Kühe werden wohl für den Rest seines Kinderlebens wichtig bleiben, aber sie übten einfach nicht mehr jene magische Anziehung auf meinen Buben aus wie etwa noch vor 12 Monaten. Deshalb musste ich meine diesjährige Rettungsaktion für das Christkind etwas kreativer gestalten, um dem Weihnachtsmann möglichst wenig Raum zu geben.


Noch bevor ich die wirklich zündende Idee hatte, startete ich mal mit der fantasievollen Diversifikation von Buchtexten. Die konnte man ja ganz einfach in den Alltag einbauen. Beispiel: Im Original hieß es „...der Weihnachtsmann bringt Geschenke für dich!“ Daraus wurde bei mir natürlich kurzerhand „...der Weihnachtsmann und vor allem das Christkind bringen Geschenke für dich!“ Ganz weglassen konnte ich den Bärtigen nicht, weil das Bild zeigte ihn ja recht eindrucksvoll mit seinem schneidigen Schlitten. Ja, eine einfache Manipulation aber doch sehr wirkungsvoll, um das Christkind nachhaltig im Kopf meiner Kinder zu verankern. Beim Thema Christkind kenne ich nämlich bis heute keine Skrupel. Da ist Manipulation in alle Richtungen erlaubt und erwünscht. In diesem einen speziellen Fall sind die kreativen Lügenkonstrukte nicht bedenklich.


Ich erklärte ihnen also Dinge, wie dass die Engerln (das sind die Christkindhelfer) Kekse backen, wenn sich der Himmel abends in sein schönstes Rot färbt. Dass sich das Christkind freut, wenn es Mandarinen und Äpfel neben dem Wunschzettel findet. Aber DAS zündende Argument, warum wir das Christkind dem Weihnachtsmann vorziehen, ergab sich in diesem Jahr einfach nicht. Vor allem auch nicht, weil mein Sohn immer wieder betonte, dass er den Weihnachtsmann eigentlich ziemlich cool findet. Würg! Ich fasse das schon ein wenig als persönliches Versagen auf. Aber das ist eine andere Geschichte. Auch, als die Adventzeit schon weiter fortgeschritten war, und uns dieser Herrn Klaus mit seinen Rentier-Wegbegleitern schon unzählige Male begegnet war, wollte es einfach nicht kommen. DAS Argument 2020. Eine innerliche Qual für mich, muss ich gestehen! Auch jener Moment, als ich das leuchtende Rentier in unseren Garten aufstellen musste, fühlte sich für mich als persönliche Niederlage an. Aber okay, da geht es um das Leuchten in den Kinderaugen und nicht um mein persönliches Strahlen.


So, und dann endlich!!! Am 10. Dezember 2020 war es endlich soweit! Genau 2 Wochen vor Weihnachten fiel mir eine Geschichte eines Zeitzeugen ein! Oder wie man das dann nennt?! Meine Oma – 95 Jahre alt - war ein noch lebender Christkindzeuge! Das war nämlich so: Als sie noch ein kleines Mäderl war, hat sie das Christkind in natura gesehen! JA!!! Zumindest hat sie das viele Jahre lang ganz selbstbewusst allen Kindern und Erwachsenen erzählt. Meine Oma war ganz fest davon überzeugt, dass sie als einzige in ihrer Klasse das Christkind fliegen gesehen hat und war mächtig stolz darauf. Wenn wundert’s? Auch heute erzählt sie diese Geschichte noch mit einem breiten Lächeln im Gesicht. So schön anzusehen! Dass wir in unserer Familie jemanden haben, der das echte Christkind kennt, war natürlich der Hammer. Ein Anruf bei der Urli-Oma genügte und die Geschichte zog in unseren Alltag ein. Welches andere Kind hat schon eine Uroma, die eine Freundin des Christkinds ist? Nur wir! Und das ist doch allemal cooler als ein mysteriöser, unbekannter Weihnachtsmann.


(Die Auflösung kommt hier. Achtung, wer diese Illusion nicht zerstören möchte, bitte nicht weiterlesen!!! Es war natürlich nicht das himmlische Kind in weißem Kleid, das da an ihr vorbeigeflogen ist, sondern die Gänse, die vom Flussufer wegflatterten. Aber diesen Nachsatz sparte ich mir natürlich in meinen Ausführungen für die Kinder.) Fröhliche Weihnachten euch allen!


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