• Mama

VERLIEBT IN DEN CHEF

Gestern habe ich mich beim Einschlafen mal ein paar Jahre zurückerinnert, an früher gedacht. Und ja, ich bin geständig: Ich war tatsächlich verliebt in meinen Chef! Wie faszinierend das war. Ich wollte ihn seit Beginn unserer Zusammenarbeit beeindrucken. Ich arbeitete hart, wirklich hart, und gab tagtäglich mein Bestes! Ich schuftete und ackerte. Ich war kreativ und ideenreich, nur um ihm zu gefallen. Ich wartete jeden Tag auf das - aus meiner Sicht wirklich verdiente - Lächeln. Doch aus irgendeinem Grund nörgelte er ständig und ich bekam ihn einfach nicht rum. Und das machte mich wahnsinnig. Verdammt wahnsinnig!


Ganz egal, wie sehr ich mich anstrengte, es schien, nie genug zu sein. Und diesen Unmut teilte er mir gnadenlos mit. Ziemlich laut. Er gab mir ganz genau zu verstehen, dass ich etwas falsch machte. Und ich wusste nie so richtig, was es eigentlich war... Ich versuchte sogar, seine Gedanken zu lesen, um ihn zufrieden zu stellen. Ich zeigte Alternativen und Varianten auf, um seine Gunst zu erhaschen. Doch all das reichte meinem Boss nicht!


Trotzdem war ich so unheimlich verliebt in meinen Chef! Seit dem ersten Tag an. Ich liebte seine blauen Augen, weil sie so aussahen wie meine eigenen. Sein knackiger, hübscher Körper erinnerte mich an seinen Vater. Er war witzig, so unheimlich witzig. Und wenn er laut lachte, war es das Schönste, das ich jemals gehört hatte! Ja, mein Chef konnte tatsächlich auch charmant sein, wenn er doch einmal zufrieden war. Wenn.


Das Mama-Leben mit meinem beinahe ständig unzufriedenen Babyboss war wirklich der härteste und anspruchsvollste Job der Welt. Ich war, ehrlich gestanden, nicht sehr gut in dieser Aufgabe. Auch heute noch – Jahre später – gelingt es mir nicht immer, die Bedürfnisse unseres Muhnikats richtig zu erkennen und zu befriedigen. Auch heute noch kann er mich in den Wahnsinn treiben mit seinen Forderungen, die ich oft nicht erfüllen kann. Aber ich gebe dennoch jeden Tag aufs Neue mein Bestes. Und zwischendurch wird der Lohn ausbezahlt. In Form einer warmen Umarmung. Und dann denke ich mir: Nie habe ich mehr verdient als heute!



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